Brauchtum

Mit ca. 50 Gästen begrüßten die Matzener den Wonnemonat am Sonntag, dem 01. Mai 2011. Tags zuvor waren die Männer vom Karnevalsverein Nachteulen e.V., der turnusmäßig in diesem Jahr den Maibaum zu stellen hatte, in den Matzener Wald gefahren und hatten dort einen prächtigen Baum geholt. Leider gab es in diesem Jahr ein kleines Malheur: Die Baumspitze war beim Fällen abgebrochen. Aber dies reparierten die Karnevalisten mit viel Kreativität, HT-Rohr, Schrauben, Bauschaum und Farbe, so dass von dem Schaden nichts mehr zu erkennen ist..

Am Sonntagmorgen, um 09:00 Uhr, wurde der Baum sodann am Gemeindeplatz aufgestellt. Es ist ein 22 Meter hohes Prachtexemplar, der größte Baum seit vielen Jahren! Kompliment an die Matzener Nachteulen!

2011-03-21-Klapperjungen.jpgDie Brauchtumspflege hat bei uns in Matzen einen hohen Stellenwert, denn sie ein besonderes Identifikationsmerkmal unseres Dorfes. So fanden sich auch in diesem Jahr selbstständig wieder neun Jungs im Alter zwischen Kommunion und Schulentlassung, die in der Karwoche übten und dann während der Ostertage im Ort klappern gehen. Da die Matzener Glocken nach altem Eifeler Glauben "nach Rom geflogen sind", haben die Jungs den Dienst übernommen und rufen morgens, mittags und abends zum Gebet.

"Et leit Beatgloock!" rufen die Klapperjungen morgens und abends. Zu Mittag heisst der Ruf "Et leit Mettisch!" und abends "Et leit ischt for an de Ruusekrantz !" und beim zweiten abendlichen Gang durchs Dorf heisst es kurz: "Ett leit ouus"!

"Hauptmänner" sind in diesem Jahr Lukas Weimann, Endrik Kutzner und Pascal Wagner. Die Jungs geben sich wiederum Mühe, alles korrekt zu machen, so - wie es halt schon immer in Matzen gemacht wurde. Denn davon hängt auch die Höhe des "Klapperlohnes" ab, den sie am Ostersonntagmorgen in allen Matzener Häusern in Form von Eiern oder Geld kassieren kommen. Bitte unterstützen Sie die Matzener Klapperjungen mit einer großzügigen Spende. 

Unter der Rubrik "Matzener Bilder -> Bürger und Ort -> Brauchtum" finden Sie einige Fotoaufnahmen von den Klapperjungen des Jahres 2011. Oder klicken Sie einfach auf das Bild.

Am Sonntag, dem 13.03.2011, traditionell eine Woche nach der Fastnacht, wurde in Matzen der alte Brauch des "Höttenbrennen" wieder gepflegt. Samstags zuvor waren ca. 10 junge Matzener Männer in den Gemeindewald ausgerückt, um dort den "Höttenbaum" zu schlagen und zum Höttenplatz zu bringen. Die Aufgabe der jüngsten "Höttenjungen" war es nach altem Brauch, dass Loch von den Resten des letzten Jahres frei zu schaufen und für den neuen Höttenbaum vorzubereiten.
Sonntags dann wurde am Höttenplatz erst die "Logistik" vorbereitet. Ein Viehanhänger diente als Wetterschutz, eine Feuerstelle mit Grill und Gußpfanne für zünftige Bratkartoffel-Menüs wurde vorbereitet.

Dann ging es an die Arbeit mit dem Baum: Es musste eine Querstange für das Kreuz befestigt werden. Dann wurde der Stamm und die Querstange mit Stroh von Rundballen umwickelt und mit Draht fixiert. An der Spitze und an den Armen des Kreuzes wurden Weihnachtsbäume befestigt, die dem gesamten Höttenbaum eine noch imposantere Größe verliehen. Schließlich musste die gesamte Konstruktion mittels Schleppern mit Frontladern und einem Radlader beim Fußende des Baumes aufgerichtet werden. Der starke Wind erschwerte die Arbeiten, so dass sicherheitshalber der Baum auch noch mit einer Seilwinde fixiert und genau gesteuert hochgezogen werden musste.Schließlich stand der Baum als großes Kreuz weit über Matzen sichtbar.

In dieser Zeit waren andere Gruppen im Ort unterwegs und sammelten Stroh und Reisig für das Höttenfeuer. Dieses Material wurde am Fuß des Kreuzes zu einem Haufen aufgeschichtet. Damit war die Hauptarbeit getan.

"Kupp-Här" war in diesem Jahr Daniel Franzen, der die gesamten Arbeiten und die ca. 25 jungen Matzener Männer koordinierte.

Zwischendurch waren die Matzener Mädels und die Freundinnen der Höttenjungen mit einem Bollerwagen voller Brote und Schnittchen eingetroffen und brachten den Höttenjungen Stärkung. Auch vom Volksfreund erschien Reporterin Bettina Bartzen, die sich angekündigt hatte, um den Brauch für die Presse zu dokumentieren. Im Viehanhänger stellte sich Daniel Franzen bereitwillig den Fragen der Presse zu den Details dieses uralten Matzener bzw. Eifeler Brauchtums.

Nach Einbruch der Dunkelheit wurde dann die Hött angezündet. Hierzu hatten sich weit über 50 Schaulustige aus dem Dorf versammelt, die das Höttenbrennen live erleben wollten. Nach dem Anzünden lief das Feuer vorbildlich das Kreuz hinauf und verteilte sich symmetrisch - ein Zeichen für eine gute Arbeit der Höttenjungen und für ein gutes Jahr ...

Zur gleichen Zeit waren wiederum zwei weitere Gruppen im Dorf unterwegs, die Eier, Speck und auch Geld für die Höttenjungen sammelten. Schließlich trafen sich alle Akteure auf dem Sonnenhof. Dort musste - ebenfalls nach altem Brauch - das Ehepaar, das zuletzt geheiratet hatte, die Eier backen. In diesem Jahr waren das Bianca & Karsten Schey, die diese Pflicht gerne übernommen hatten. Auf dem Sonnenhof wurde noch bis in die späte Nacht gefeiert und alle hatten ihren Spaß.

Und damit ist auch schon sicher, dass es auch im nächsten Jahr wieder eine Hött in Matzen geben wird.

Fotos vom Höttenbrennen 2011 finden Sie unter Matzener Bilder -> Bürger und Ort -> Brauchtum oder über diesen Link.

Am Samstag, dem 08.01.2010 zogen wiederum die Sternsinger durch Matzen und sammelten für benachteiligte Kinder in Kambodscha. Zuvor waren Sie um 09:30 Uhr von Pastor Weber in einer kleinen Andacht gesegnet und ausgesandt worden. In drei Gruppen machten sich die Matzener Sternsinger auf den Weg zu den Häusern. Es nahmen teil:

1. Gruppe: Timo Krag, Jonas Müller, Luca Schaal und Niklas Welt
2. Gruppe: Yvonne Grommes, Anna Epper, Katja Weimann
3. Gruppe: Christopher Epper, David Müller, Pascal Welt

Gegen Mittag hatte das Organistationsteam um Silke Epper für die Kinder im Gemeindehaus zur Kräftigung ein gute Suppe, Kuchen und Getränke vorbereitet. Danach machten sich die insgesamt neun Kinder dann noch einmal auf den Weg, um möglichst viele Matzener, die vormittags nicht zu Hause waren, doch noch zu erreichen.

Für die Kinder in Kambodscha konnten insgesamt 586,71 € eingesammelt werden. Ein wahrlich stolzer Betrag für Matzen und ein Beweis dafür, dass die Kinder auch in diesem Jahr ihre Sache hervorragend gemacht und auch wieder viel Spaß dabei gehabt haben.

Ein herzliches Dankeschön an die engagierten Kinder und natürlich auch an das Organisationsteam mit Silke Epper, Helga Welt, Dagmar Melde-Müller, Steffi Weimann und Sandra Schaal.

Fotos der diesjährigen Sternsingeraktion finden Sie unter Matzener Bilder -> Bürger und Ort -> Brauchtum oder durch einen Klick auf das Bild bzw. diesen Link.

Am Freitag, dem 12.11.2010, veranstalteten die Matzener ihren traditionellen St. Martins-Umzug. Trotz der widrigen Witterungsverhältnisse - es regnete fast ohne Unterbrechung - fanden sich wiederum viele große und vor allem kleine Matzener zu diesem alten Brauch ein: Der Spielmannszug führte den Festzug an, danach folgte St. Martin zu Pferde und danach eine große Kinderschar mit ihren Eltern. Wegen der Witterung war die "kleine Runde" durch das Oberdorf gewählt worden, vorbei an der hell erleuchteten Donatuskirche.

Als Belohnung gab es im Anschluss an den Umzug im warmen Gemeindehaus für jeden eine Brezel, die dieses Jahr besonders gut schmeckte: Die Lieferfirma - Bäckerei Elsen aus Bitburg - hatte die Brezeln ganz spät gebacken, so dass sie noch ofenwarm waren und in diesem Jahr den großen und kleinen Gästen besonder gut schmeckten. Nach der großen Verlosung, bei der viele schöne Kinderpreise gewonnen wurden, klang der Abend gemütlich im Gemeindehaus aus.
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War es schon der demografische Wandel oder nur das interessante und unterhaltsame Programm? Trotz rückläufiger Einwohnerzahl fanden sich am Sonntag, dem 07. November, mehr Matzener Senioren auf dem diesjährigen Seniorentag ein als all die Jahre zuvor. Ortsvorsteher Hermann Josef Fuchs und zehn fleissige Matzener Frauen hatten das Dorfgemeinschaftshaus herbstlich geschmückt.
Besonderes Lob fand die liebevolle Erntedank-Dekoration, ein mit Obst und Gemüse dekoriertes hölzernes Wagenrad.

Nach einer von Diakon Weber feierlich gestalteten Andacht begrüßte Ortsvorsteher Fuchs die Ehrengäste, Allen voran Bürgermeister mit Gattin Maria, Diakon Peter Weber sowie die erst vor wenigen Tagen gewählte Seniorenbeauftragte der Stadt Bitburg, Marlies Raberg. Bürgermeister Kandels begrüßte die zahlreichen Matzener Seniorinnen und Senioren ebenfalls auf das Herzlichste und fand lobende Worte für die vielen Aktivitäten, die sich seit dem letzten Seniorentag im Dorf entwickelt haben. Die Seniorenbeauftragte Marlies Raberg war der Einladung nach Matzen gefolgt und nutzte die Gelegenheit, sich und ihre Aufgaben als Ansprechpartner für die Senioren vorzustellen.


Nachdem sich alle Gäste bei Kaffee, Schnittchen und Kuchen gestärkt hatten, folgte ein bebilderter Vortrag des Ortsvorstehers unter der Überschrift: „Was hat sich im Dorf getan?“ Hier konnten viele große und kleine Veränderungen aus dem abgelaufenen Jahr aufgezählt werden, die die Matzener mit sehr viel Eigeninitiative auf die Beine gestellt haben. Vor den vielen Gästen bedankte sich der Ortsvorsteher für die Eigenleistung und das ehrenamtliche Engagement der Matzener, die das Dorf so lebenswert machen.


Mit Unterstützung der Kulturgemeinschaft Bitburg konnte den Matzener Senioren zum Abschluss noch musikalisches Highlight geboten werden: Norbert Klinkhammer sang die besten Hits von Freddy Quinn, die die Matzener fast bei allen Liedern zum Mitsingen animierten. So klang der Abend auch mit einem Freddy-Song aus:„ Schön war die Zeit …“.


An dieser Stelle sei nochmals den fleissigen Matzener Frauen gedankt, die so viele leckere Kuchen gebackt und gestiftet, die Schnittchen geschmiert und den ganzen Sonntag über aufmerksam und hilfsbereit im Dienst der Matzener Senioren gestanden haben.
Herzlichen Dank!

Bilder vom Seniorentag in Matzen finden Sie unter Matzener Bilder -> Brauchtum oder durch einen Klick auf das Foto bzw. diesen Link.


Hermann Josef Fuchs
Ortsvorsteher

Mehrere Tage sammelten viele fleißige Matzener Frauenhände Blumen und Blüten, um traditonsgemäß am Morgen des Fronleichnamstages auf dem Petersplatz in Bitburg einen Blumenaltar zu errichten und zu schmücken. Freundlicherweise haben sich die dortigen Geschäftsleute bereiterklärt, ihren Hauseingang für den Aufbau des Altars zur Verfügung zu stellen.

Das Fronleichnamsfest wird in Bitburg abwechselnd von der Pfarrei Liebfrauen und der Pfarrei St. Peter ausgerichtet. Im zweijährigen Wechsel, immer dann, wenn die Pfarrei Liebfrauen, zu der auch Matzen gehört, an der Reihe ist, bauen die Matzener Frauen auf dem Petersplatz einen wunderschönen Altar, geschmückt mit sog. "Maien" (saftige jungen Buchenzweige) und vielen tausend Blumen und Blüten.

Die Vorbereitungen laufen schon einige Tage zuvor an: Im Dorf werden aus allen Gärten Blumen und Blüten gesammelt. Dieses Jahr gestaltete sich dies ein wenig schwieriger, da die Vegetation noch etwas hinterdrei hinkte. Am Fronleichnamstag geht es schon morgens um 04:00 Uhr los. Das Aus der Liebfrauenkirche muss ein Kreuz geholt werden, die Maien müssen gestellt und die Schablone für den Blütenteppich ausgelegt werden. Dann kommt die Hauptarbeit: Die vielen bunten Blüten müssen zu dem vorher ausgedachten Motiv ausgelegt werden. Jedes Jahr wählen die Frauen ein anderes Motiv aus.

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie die Fotos beweisen.

Pfarrer Thomas Weber und Ortsvorsteher Hermann Josef Fuchs besuchten die Matzener Frauen nach getaner Arbeit auf dem Petersplatz und bedankten sich für die schöne Arbeit.

Während in anderen Ortsteilen und in der Stadt der Maibaum heutzutage von Firmen angeliefert wird, gehen die Matzener noch alljährlich in den Gemeindewald und schlagen ihren Baum selbst. Im jährlichen Wechsel ist immer ein anderer Verein an der Reihe. Im Jahr 2010 war es die Feuerwehr, die den Baum am Vortag des 01. Mai in den Wald holen war. Nachdem ein passender Baum ausgesucht, gefällt, entastet und geschält war, wurde er auf einen Anhänger gebunden und über Feldwege an einen geheimen Ort transportiert, wo er bis zum ersten Maimorgen versteckt lag, damit keine Frevler ihn beschädigen oder gar stehlen konnten.

Fotos finden Sie unter Matzener Bilder ->Bürger und Ort-> Brauchtum oder über diesen Link.

In der Hexennacht, der Nacht zum 01. Mai, war für die Matzener Jugendlichen bisher immer eine Gelegenheit, allerlei Streiche zu spielen. In den vergangenen Jahren hatte sich das jedoch auf das Einsammeln oder Verstellen von Gartenzwergen, Fußmatten und Mülltonnen reduziert, die dann morgens am Gemeindehaus aufzufinden waren.

In diesem Jahr hatten sich die Jugendlichen aber nochmal etwas besonderes einfallen und einen alten Matzener Brauch aufleben lassen. Anstatt ihren üblichen Schabernach zu treiben streuten Sie mit einer deutlichen Kalkspur durch das ganze Dorf ein "Pfädchen" zwischen den Häusern eines Matzener Pärchens. Diese Brauch wurde früher immer dann angewandt, wenn dem Dorf eine Liebesbeziehung zwischen einem Matzener Mann und einer Matzener Frau offenbart werden sollte.

Dafür, dass sie diesen schönen alten Brauch wiederbelebt haben, erhielten die Jugendlichen bei der Maifeier viel Lob. Es soll sogar ein Matzener einen Kasten Bier spendiert haben, weil er sich so über die Brauchtumspflege gefreut hat. Positiv ist auch anzumerken, dass im Übrigen kein Schaden in der Hexennacht verursacht worden ist. Fotos vom "Piätchen" finden Sie hier.

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