Brauchtum

Mehrere Tage sammelten viele fleißige Matzener Frauenhände Blumen und Blüten, um traditonsgemäß am Morgen des Fronleichnamstages auf dem Petersplatz in Bitburg einen Blumenaltar zu errichten und zu schmücken. Freundlicherweise haben sich die dortigen Geschäftsleute bereiterklärt, ihren Hauseingang für den Aufbau des Altars zur Verfügung zu stellen.

Das Fronleichnamsfest wird in Bitburg abwechselnd von der Pfarrei Liebfrauen und der Pfarrei St. Peter ausgerichtet. Im zweijährigen Wechsel, immer dann, wenn die Pfarrei Liebfrauen, zu der auch Matzen gehört, an der Reihe ist, bauen die Matzener Frauen auf dem Petersplatz einen wunderschönen Altar, geschmückt mit sog. "Maien" (saftige jungen Buchenzweige) und vielen tausend Blumen und Blüten.

Die Vorbereitungen laufen schon einige Tage zuvor an: Im Dorf werden aus allen Gärten Blumen und Blüten gesammelt. Dieses Jahr gestaltete sich dies ein wenig schwieriger, da die Vegetation noch etwas hinterdrei hinkte. Am Fronleichnamstag geht es schon morgens um 04:00 Uhr los. Das Aus der Liebfrauenkirche muss ein Kreuz geholt werden, die Maien müssen gestellt und die Schablone für den Blütenteppich ausgelegt werden. Dann kommt die Hauptarbeit: Die vielen bunten Blüten müssen zu dem vorher ausgedachten Motiv ausgelegt werden. Jedes Jahr wählen die Frauen ein anderes Motiv aus.

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie die Fotos beweisen.

Pfarrer Thomas Weber und Ortsvorsteher Hermann Josef Fuchs besuchten die Matzener Frauen nach getaner Arbeit auf dem Petersplatz und bedankten sich für die schöne Arbeit.

Während in anderen Ortsteilen und in der Stadt der Maibaum heutzutage von Firmen angeliefert wird, gehen die Matzener noch alljährlich in den Gemeindewald und schlagen ihren Baum selbst. Im jährlichen Wechsel ist immer ein anderer Verein an der Reihe. Im Jahr 2010 war es die Feuerwehr, die den Baum am Vortag des 01. Mai in den Wald holen war. Nachdem ein passender Baum ausgesucht, gefällt, entastet und geschält war, wurde er auf einen Anhänger gebunden und über Feldwege an einen geheimen Ort transportiert, wo er bis zum ersten Maimorgen versteckt lag, damit keine Frevler ihn beschädigen oder gar stehlen konnten.

Fotos finden Sie unter Matzener Bilder ->Bürger und Ort-> Brauchtum oder über diesen Link.

In der Hexennacht, der Nacht zum 01. Mai, war für die Matzener Jugendlichen bisher immer eine Gelegenheit, allerlei Streiche zu spielen. In den vergangenen Jahren hatte sich das jedoch auf das Einsammeln oder Verstellen von Gartenzwergen, Fußmatten und Mülltonnen reduziert, die dann morgens am Gemeindehaus aufzufinden waren.

In diesem Jahr hatten sich die Jugendlichen aber nochmal etwas besonderes einfallen und einen alten Matzener Brauch aufleben lassen. Anstatt ihren üblichen Schabernach zu treiben streuten Sie mit einer deutlichen Kalkspur durch das ganze Dorf ein "Pfädchen" zwischen den Häusern eines Matzener Pärchens. Diese Brauch wurde früher immer dann angewandt, wenn dem Dorf eine Liebesbeziehung zwischen einem Matzener Mann und einer Matzener Frau offenbart werden sollte.

Dafür, dass sie diesen schönen alten Brauch wiederbelebt haben, erhielten die Jugendlichen bei der Maifeier viel Lob. Es soll sogar ein Matzener einen Kasten Bier spendiert haben, weil er sich so über die Brauchtumspflege gefreut hat. Positiv ist auch anzumerken, dass im Übrigen kein Schaden in der Hexennacht verursacht worden ist. Fotos vom "Piätchen" finden Sie hier.

Bei nicht ganz optimalem Wetter traf sich die Dorfgemeinschaft am 01. Mai wiederum zum Feiern am Gemeindehaus. Morgens um 07:00 Uhr hatte die Feuerwehr, die in diesem Jahr für den Maibaum zuständig war, den Baum geschmückt und aufgestellt. Ab 10:00 Uhr gab der Spielmannszug dann sein alljährliches Maikonzert auf dem Gemeindeplatz. Ca. 40 junge und alte Besucher kamen zu diesem Matzener "Event", das sich jetzt schon seit vielen Jahren so eingespielt hat: Jeder bringt etwas Eß- oder Trinkbares mit und gemeinsam feiert man in froher Runde. Auch ein kleiner Regenschauer konnte die Matzener nicht verjagen - man rückte einfach mit Tischen und Bänken in das Feuerwehrhaus und feierte bis in den späten Abend. Bilder von der Maifeier finden Sie unter Matzener Bilder -> Bürger und Ort -> Brauchtum oder über diesen Link.
Am Karsamstagmorgen, um 07:00 Uhr, gab es beim Ortsvorsteher ein kräftiges Frühstück für die Klapperjungen. Diesen Brauch, die Klapperjungen zu bewirten, hatte die Herta Sonnen als Gattin des ehemaligen Ortsvorstehers eingeführt und Gerti Fuchs hat die Aufgabe gerne übernommen.
Für die fleissigen Klapperjungen gab im gut gewärmten Gartenhäuschen des Ortsvorstehers heissen Kakao, heisse Würstchen, gefüllte Croissants und Limonade.
Den Jungs hat es sichtlich geschmeckt. "Hauptmann" Lukas Weimann bedankte sich im Namen der Klapperjungen beim Ortsvorsteher für die Einladung. Bilder finden Sie bei den Fotos der Klapperjungen 2010 oder über diesen Link.

Die Matzener Klapperjungen sind nicht aus Zucker - das beweisen acht Matzener Jungs dieser Tage bei ihrem Dienst am Matzener Brauchtum. Sie trotzen den Regen-, Schnee- und Graupelschauern und lassen sie sich nicht davon abbringen, nach alter Tradition von Gründonnerstag bis in die Osternacht mit ihren Klappern die Glocke der Donatuskirche zu ersetzen. "Et leit Beatglock" rufen sie morgens. "Ett leit Mettisch", heisst es am Mittag. Und abends wird zweimal durch das Dorf gegangen: "Et leit ischt fier an de Ruusenkranz" rufen sie beim ersten Mal. Dann kommt nochmals eine Runde durch das Dorf mit dem Ruf "Ett leit ouhs - Ett leit ouhs!!!", womit die Matzener zu dem sogleich beginnenden Rosenkranz in der Donatuskirche gerufen werden. In der Osternacht rufen die Klapperjungen: "Stitt opp - stitt opp - d´as Ousterdach !!!".

Schön, dass wir in Matzen immer wieder Kinder finden, die mit Spaß und Freunde dieses alte Brauchtum bewahren. Und weil sie in diesem Jahr so besonders dem Wetter trotzen müssen, sollten die Matzener am Ostersonntag, wenn die Jungs ihren Klapperlohn einsammeln gehen, eine ganz besonders große Spende in den Korb legen mit einem kräftigen:  DANKE - KLAPPERJUNGEN !
Bilder finden Sie unter Matzener Bilder -> Bürger und Ort -> Brauchtum oder über diesen Link.

Auch im Jahr 2010 pflegten die Matzener Jungen, die "aus der Schule" und noch unverheiratet sind, den alten Eifeler Brauch des "Höttenbrennens". Auf dem Hufberg, nördlich von Matzen wurde am Sonntag nach Fastnacht das Strohkreuz errichtet und mit ihm symbolisch zum Geläut der Glocken der Winter verbrannt. Eine Gaudi für jung und alt. Nachdem später dann im Dorf Eier und Speck eingesammelt worden waren, bereiteten die Matzener Mädels den Höttenjungen eine kräftige Eierspeise auf dem Sonnenhof.

Bilder vom diesjährigen Höttenbrennen finden Sie unter Matzener Bilder -> Bürger und Ort -> Brauchtum, über diesen Link oder einen Klick auf das Foto.

Am Sonntag, dem 21.02.2010, bauen  die Matzener Höttenjungen die "Hött".
Samstags zuvor wird der Baum im Matzener Wald geschlagen und am Höttenplatz oberhalb von Matzen, nördlich der Fa. Kylltaler Sandstein als Kreuz aufgerichtet.

Schon am Sonntagnachmittag kann man die Höttenjungen dort besuchen und mit ihnen den "Scheef-Sunndisch" feiern, der Sonntag, an dem der Winter verbrannt wird.

Das Feuer wird nach Einbruch der Dunkelheit, etwa zwischen 18:30 bis 19:00 Uhr entfacht.

Die gesamte Bevölkerung ist eingeladen. Insbesondere für die Kinder ist das immer ein unvergeßliches Erlebnis.

Am Samstag, dem 02. Januar 2010, waren in Matzen wieder die Sternsinger unterwegs. Im vergangenen Jahr war eine ganze "Generation" Sternsinger herangewachsen, die auch dieses Jahr wieder ihren Dienst tat.

Pfarrer Thomas Weber begrüßte die Sternsinger persönlich in der Donatuskirche und segnete sie auf ihrem Weg durch die Häuser. Er freute sich ebenso, dass in Matzen so viele Kinder sich an diesem guten Brauch beteiligen und insgesamt drei Gruppen losgesandt werden konnten.

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