Feuerwehr-Archiv

Im Jahre 1921 wurde der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Matzen gegründet, der aber während der Kriegsjahre seinen Betrieb einstellen musste. 1950 waren es dann Johann Hoor und Johann Kisgen, die die Neugründung der Feuerwehr initiierten.

Man holte die alten Holzpfeifen und Trommeln hervor und begann wieder zu üben. Was jedoch im Klangkörper des Spielmannszuges fehlte, war eine "Dicke Trommel", die den Takt angeben konnte...

Ansprache des Wehrführers

anläßlich der feierlichen Einweihung des neuen Feuerwehr-Gerätehauses
in Bitburg-Matzen
am Sonntag, dem 05. September 1999

 

Liebe Festgäste, ich begrüße Sie recht herzlich bei der feierlichen Einweihung des neuen Feuerwehr-Gerätehauses hier in Matzen. Besonders begrüßen möchte ich unseren Seelsorger, Herrn Pfarrer Meiser. 

Ich begrüße auch den Vertreter des Bürgermeisters Streit, Herrn 1. Beigeordneten Bermes. Herzlich Willkommen ! 

Mein Gruß gilt auch unserem Ortsvorsteher Josef Sonnen sowie dem Wehrleiter der Feuerwehr Bitburg, Peter Götz !  

Liebe Anwesende, Ein weiser Mann hat einmal gesagt: „Man darf über alles reden – aber nie über 10 Minuten !“ – Daran will ich mich heute auch halten. 

Heute weihen wir das dritte Feuerwehrgerätehaus in Matzen ein. Anfang der 30er Jahre wurde in der Nähe der Kirche ein Schuppen als Unterstellraum für die noch handbetriebene Spritze der Matzener Feuerwehr in Dienst gestellt.  Nach dem Krieg wurde dieses Gebäude von den Matzener Feuerwehrkameraden in Eigenleistung renoviert und wiederhergerichtet.  Ende der 60er Jahre wurde dann hier neben der neuen Schule eine Doppelgarage errichtet, die bis heute als Geräteraum für den TSA-Anhänger und die persönliche Ausrüstung der Matzener Wehrleute diente. 

Wegen der Feuchtigkeit in den Garagen, die das gesamte Material stark angriff und wegen der akuten Raumnot war der Neubau eines Spritzenhauses seit langem Wunschtraum der Matzener Wehrmänner. Vor ca. 2 Jahren konnten dann die politischen Gremien von der Notwendigkeit eines Neubaues überzeugt werden.  

Nachdem Finanzierung und Planung abgeschlossen waren, packten die Matzener Wehrleute zu: In Eigenleistung wurde die Baugrube ausgehoben, das Fundament verschalt und gegossen und der komplette Rohbau von den Matzener Feuerwehrkameraden selbst erstellt. Nachdem inzwischen die weiteren Ausbauarbeiten abgeschlossen sind, ist es heute soweit: Wir stehen vor unserem neuen, geräumigen Feuerwehrhaus, das künftig der Matzener Feuerwehr ein neues Zuhause bietet. 

Wir – die Matzener Feuerwehrleute -  haben uns sehr auf diesen Tag gefreut und möchten allen danken, die zum Gelingen dieses Projektes beigetragen haben. Unser Dank richtet sich an alle Entscheidungsträger in Stadt- und Ortsbeirat, die sich für dieses Haus eingesetzt haben. 

Ich bedanke mich im Namen der Matzener Wehrleute bei unserem Bürgermeister Joachim Streit für seine Unterstützung.  Besonders bedanken möchte ich mich bei unserem Ortsvorsteher Josef Sonnen, der jederzeit mit Rat und Tat, mit seinem gesamten Fuhrpark und ab und zu auch mit gekühlter Verpflegung unser Projekt unterstützt hat. 

Unser Dank gilt auch unserem Wehrleiter Peter Götz, der uns auch durch seine Hilfe bei der Elektroinstallation aktiv unterstützt hat. Auch bei den zuständigen Mitarbeitern der Stadtverwaltung,

  • Herrn Salzburger als Feuerwehrsachbearbeiter und
  • Herrn Reckinger und seinen Kollegen vom Bauamt

bedanken wir uns recht herzlich. 

Schließlich möchte ich mich auch noch bei all den Matzener Bürgerinnen und Bürgern bedanken, die –ohne Feuerwehrmitglieder zu sein- durch tatkräftige Hilfe bei den Bauarbeiten oder durch die Bewirtung und Verpflegung der Helfer aktiv zum Gelingen unseres Werkes beigetragen haben. 

In den vielen Stunden gemeinsamer Arbeit am neuen Feuerwehrhaus haben die Matzener bewiesen, dass das Dorfleben in unserem Vorort noch intakt ist. 

Vielen Dank !

 

Christian Schmitz  

Trierischer Volksfreund vom 12. Mai 1973

Tambourmajor Johann Horr geehrt
50 Jahre in Treue der Feuerwehr Bitburg-Matzen gedient

Bitburg-Matzen. Hohe Anerkennung wurde dem Tambourmajor des Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr Matzen, Johann Hoor, anläßlich seiner Verabschiedung aus dem aktiven Dienst zuteil. "Sein ganzer Stolz war und bleibt der Spielmannszug", stellte Wehrführer Rudi Bartzen (Bitburg-Stadt) in seiner Laudatio anläßlich der Verabschiedung von Johann Hoor fest, die im Rahmen des Kameradschaftsabends im Gemeinschaftsraum der ehemaligen Schule stattfand.

Tambourmajor Johann Hoor (rechts) wurde von Wehrführer Rudi Bartzen (Bitburg-Stadt) verabschiedet. In der Mitte der Wehrführer der Feuerwehr Matzen, Josef Diedrich.

Wehrführer Josef Diedrich (Matzen) begrüßte unter den Gästen des Abends besonders den Jubilar, Ortsvorsteher Baptist Trierweiler und von der Feuerwehr Bitburg-Stadt Wehrführer Rudi Bartzen und Oberbrandmeister Matthias Schuler.

Wehrführer Bartzen gab einen Rückblick auf die 50jährige Zugehörigkeit von Johann Hoor zur Feuerwehr, der er 1923 als 17jähriger beigetreten ist. Ein Jahr später war er Mitbegründer des Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr Matzen, dem er seither 22 Jahre lang als Tambourmajor vorstand.

Die Verdienste des Jubilars für die Feuerwehr wurden bereits mit dem silbernen (1948) und dem goldenen Feuerwehrehrenzeichen gewürdigt. Zackig wie eh und je verabschiedete sich Johann Hoor mit klingendem Spiel und übergab den Tambourstab an seinen Nachfolger Werner Kisgen.

Wehrführer Bartzen überreichte Johann Hoor in Würdigung seiner Verdienste eine Urkunde und eine Ehrenplakette. Der weitere Verlauf des Abends stand im Zeichen der Geselligkeit, wozu das "Kylltal-Duo" zum Tanz spielte.

Bevor die Matzener mit einem Tragkraftspritzenanhänger, der von einem der örtlichen Traktoren gezogen werden konnte, ausgestattet wurde, erfolgte der Transport der Löschmittel mittel eines hölzernen Handkarrens.

Wie das Bild zeigt, wurde der Handkarren von zwei Feuerwehrmännern gezogen und gelenkt. Andere schoben den Wagen, was insbesondere bergab zu einer rasanten Angelegenheit wurde. Während der Wehrführer links neben dem Wagen lief, folgte der Rest der Wehr hinter dem "Rüstwagen".

Bei der Alarmübung lief ein Melder (das war zu dieser Zeit "Metzen Felten") mit der Schalmei vornweg und blies im Laufen als Warnsignal für den seinerzeit sicher nicht allzu starken Ortsverkehr das "Ta-Tü-Ta-Ta". 

Die Übung begann immer am alten Spritzenhaus neben der alten Schule ( heute Hausnummer 25) in der oberen Donatusstraße, wo die Feuerwehrutensilien in einem Raum neben der alten Viehwaage untergebracht waren.

Der Weg führte an der Kirche vorbei über die Donatusstraße das Dorf hinunter. Oft wurde der Karren dabei schneller und schneller. Die beiden Lenker am Deichsel hatten immer ihre Mühe, den Wagen mit der hohen Geschwindigkeit auf der Strasse zu halten.

Das Bild stammt von einer Schauübung anläßlich des Feuerwehrfestes im Jahre 1951. Es wird wohl ein Sonntag gewesen sein - hierfür spricht die "gute" Kleidung der Zuschauer. Die Aufnahme ist vom Haus Boor/Tanitas in der Donatusstraße vor dem ehemaligen Krämerladen gemacht worden. Im Hintergrund sieht man das Haus Welt.

Im Januar 1994 wurden drei neue Feuerwehrleute für den Dienst in der Feuerwehr feierlich verpflichtet. Im Haus der Jugend in Bitburg wurden Marion Grethen, Heidi Bosse und Harald Leners von Bürgermeister Horst Büttner per Handschlag verpflichtet.

Damit sind zum erstenmal in der Geschichte der Matzener Feuerwehr nun auch Feuerwehrfrauen offiziell im Dienst. Bis 1994 haben die Feuerwehrfrauen immer nur am Rande des Vereinsgeschehen mitgearbeitet und der Feuerwehr insbesondere durch Hilfe bei Festen und Feiern unterstützt.

In der Festschrift anläßlich des Verbandsgemeindefeuerwehrtages der Verbandsgemeinde Bitburg-Land am 10. und 11. Mai 1969 in Matzen, bei der die Freiwillige Feuerwehr Matzen auch ihr 60-jähriges Jubiläum feierte, sind folgende tabellarischen Chronikdaten zu finden:

 

1908   

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Matzen
Brandmeister: Nikolaus Weinand
Stellvertreter:   Johann Weber

1919 Brandmeister: Peter Andreas
Stellvertreter:   Michel Sonnen
1924 Gründung des Feuerwehr-Spielmannszuges
1935 Übernahme der Freiwilligen Feuerwehr durch Brandmeister Nikolaus Sonnen
Stellvertreter:   Jakob Weimann
1943 Nach Einberufung des Brandmeisters Nik. Sonnen wurde die Wehr geführt von Jakob Weimann
1945 Nach dem II. Weltkrieg wurde Josef Weber zum Brandmeister und Leners zum Stellvertreter bestimmt.
1947 Zum neuen Brandmeister ist der frühere Wehrführer Nikolaus Sonnen und Stellvertreter Robert Leners bestellt worden
1950 Neugründung des Feuerwehr-Spielmannszuges unter der Stabführung von Johann Hoor und Johann Kisgen
1965 Ernennung des Wehrführers Nik. Sonnen zum Ehrenoberbrandmeister;
neuer Wehrführer: Robert Leners
Stellvertreter:  Hans Lichter
1968 Rücktritt des Brandmeisters R. Leners aus gesundheitlichen Gründen und Neuwahl des Landwirts Paul Burbach zum Brandmeister;
Stellvertreter:  Paul Boor.

 

Mitgliederstand 1969:  19 aktive Mitglieder, 52 inaktive Mitglieder

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Die aktiven Mitglieder 1969

 

Burbach, Paul Brandmeister
Boor, Paul Löschmeister, Stellv. Brandmeister
Hoor, Johann Löschmeister
Mayer, Matthias Oberfeuerwehrmann
Sonnen, Peter Oberfeuerwehrmann
Andreas, Bernhard Oberfeuerwehrmann
Kockelmann, Johann Oberfeuerwehrmann
Himpler, Peter Oberfeuerwehrmann
Diedrich, Josef Oberfeuerwehrmann
Epper, Hans Feuerwehrmann
Weinand, Robert Feuerwehrmann
Kisgen, Werner Feuerwehrmann
Schmitz, Ludwig Feuerwehrmann
Schäfer, Rudolf Feuerwehrmann
Weimann, Peter Feuerwehrmann
Trierweiler, Klaus Feuerwehrmann
Fuchs, Matthias Feuerwehrmann
Leners, Rudi Feuerwehrmann
Weber, Josef Feuerwehrmann

 

Das Dorf Matzen ist eine sehr alte Siedlung, deren Anfänge wahrscheinlich in vorrömische Zeit zurückreichen. Der Ort wird bereits 698 n. Chr. urkundlich genannt, als die Äbtissin Irmina von Trier, die Gründerin des Irminenklosters Trier, dem Bischof Willibrord, Gründer des Klosters Echternach, Güter in Matzen schenkte. Im 12. Jahrhundert wechselte die Lehenspflicht des Ortes über nach der Abtei St. Maximin in Trier und blieb auch später deren Besitz. Der 30-jährige Krieg hatte die Bevölkerung fast aussterben lassen. Im Jahre 1660 gab es nur drei Feuerstellen in Matzen. In den folgenden Jahrhunderten ist die Bevölkerung wieder angewachsen; Stand um 1900: 319 Seelen, heute fast 500 Einwohner.

Die Angst der Menschheit vor Feuersbrünsten ist so alt wie die Menschheit selbst. Brand- und Naturkatastrophen wurden im 19. Jahrhundert auf der Basis der Nachbarschaftshilfe und der gemeindlichen Hilfe bekämpft. So half die gesamte Bevölkerung mit, indem sie vom nächsten Brunnen aus eine Menschenkette bildeten und so das Wasser eimerweise zum Brandherd beförderten.

Um sich dem Schadenfeuer gegenüber irgendwie geordnet zur Wehr zu setzen, wurden sogenannte Feuerlöschordnungen erlassen, die Bestimmungen zur Verhütung von Feuersgefahr, über die erforderlichen Löschgeräte und über die Verhaltensregeln beim Löschen und nach dem Löschen eines Brandes enthielten. So sollte nach der Feuerlöschordnung für den Regierungsbezirk Trier vom 02. Juni 1837
„dahin gestrebt werden, daß in allen größeren Ortschaften, sofern es die Mittel der Gemeinde gestatten, sich eine Feuerspritze befinde." Ebenso sollte zu jeder Gemeindefeuerspritze ein Brandcorps errichtet werden.

Die älteste Nachricht über die Feuerwehr Matzen ist in dem Beschlußbuch des Gemeinderates von Matzen, vom 16.12.1888, festzustellen. Hier wurden Arbeiten für die Erstellung eines Brandweihers beschlossen. Dabei muss es sich wohl um den Weiher an der Stelle gehandelt haben, an der heute das Haus von Josef Sonnen steht.

Am 2.2.1890 beschloß der Gemeinderat eine Verbesserung der Feuerlöscheinrichtungen. Er war damit einverstanden, daß an den vorhandenen Schläuchen ein Normalgewinde angebracht wurde und für die Spritze ein neues Gestell beschafft wurde.

Am 29.12.1907 wurde erstmals die Feuerwehr Matzen als Pflichtfeuerwehr genannt. Schon im ersten Jahr stieg die Zahl der Mitglieder auf 61 Mitglieder. Zu ihnen gehörten Peter Andreas, Peter Kalkes, Michel Sonnen, Johann Weber, Nikolaus Weiler und Nikolaus Weinand. Aus ihrer Mitte wurde Nikolaus Weinand zum ersten Brandmeister gewählt.

In den zwanziger Jahren übernahm Matthias Welt und Peter Andreas die Wehrleitung. 1921 gründete man den Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Matzen.
1935 übergab Peter Andreas die Wehrleitung an Nikolaus Sonnen, bis zu seiner Einberufung zum Militärdienst im Jahre 1943. Während des 2. Weltkrieges folgten als Brandmeister Jakob Weimann und Josef Weber.

In den Kriegsjahren kam es für die Feuerwehr trotz schwerer Bombenangriffe auf Matzen nicht zu größeren Brandeinsätzen. Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft übernahm Nikolaus Sonnen im Jahre 1947 erneut die Leitung der Wehr.

1952 wurde in Matzen das Amtsfeuerwehrfest Bitburg-Land ausgerichtet. Gleichzeitig wurde die Wehr mit einer neuen Tragkraftspritze (TS4/4) ausgestattet. In den Jahren 1957 und 1965 fanden weitere Amtsfeuerwehrfeste in Matzen statt, wobei Nikolaus Sonnen 1965 verabschiedet wurde und zum Ehrenbrandmeister ernannte wurde.

Als neuer Wehrführer folgte Robert Leners, welcher sein Amt aus gesundheitlichen Gründen 1968 an Hans Lichter abgab. Noch im gleichen Jahr wechselte die Leitung erneut und Paul Burbach wurde Brandmeister in Matzen.

1969 fand zum letzen Mal in Matzen der Feuerwehrtag der Verbandsgemeinde Bitburg-Land statt. Aufgrund der Eingemeindung verlor nun auch die Freiwillige Feuerwehr Matzen ihre Eigenständigkeit und wurde - wie die Wehren der anderen neuen Stadtteile auch - ein Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Bitburg.

Nach Paul Burbach übernahm Josef Diedrich das Amt des Brandmeister. Ihm folgte Rudolf Leners und danach Christian Schmitz, der zur Zeit als Wehrführer die Löschzug Matzen der Freiwilligen Feuerwehr leitet.

Auszug aus dem Trierischen Volksfreund vom 27. Mai 1988:

Feuerwehr Matzen ist ihren Aufgaben gewachsen
"Runden" Geburtstag gefeiert - Altersmitglieder geehrt - Zusammenarbeit gewürdigt

BITBURG-MATZEN. Auf eine stolze Vergangenheit, in der sie allen gestellten Anforderungen gerecht werden, blickte die Feuerwehr Matzen an den Pfingstfeiertagen anläßlich ihres 80-jährigen Stiftungsfestes zurück. Viele Abordnungen von Freiwilligen Feuerwehren aus dem Kreisgebiet und zahlreiche Gäste bekundeten ihre Verbundenheit mit der Matzener Wehr, die durch ihren Spielmannszug weihin große Popularität genießt.

Die einst selbstständige Freiwillige Feuerwehr Matzen ist seit der Eingemeindung Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Bitburg. Im Gemeindehaus begrüßte Zugführer Rudolf Leners die Gäste, unter ihnen auch Pfarrer Meiser und Kaplan Rudolf Heck sowie Ratsmitglied Josef Sonnen.

Als sich 1908 einige Matzener Bürger zusammenfanden, um eine freiwillige Feuerwehr zu gründen, werden sie wohl kaum darüber nachgedacht haben, ob ihre Idee heute, 80 Jahre später, noch Bestand haben würde, meinte Bürgermeister Horst Büttner in seiner Festansprache. Vordergründig sei damals bei den Gründern wohl das Bemühen gewesen, möglichst viele Mitbürger von der Notwendigkeit eines organisierten Brandschutzes zu überzeugen und als Helfer für ihre Organisation zu gewinnnen.

Unterdessen habe sich das Aufgabenbild der Feuerwehr in den letzten Jahrzehnten mit der fortschreitenden Technisierung wesentlich verändert. In den Anfängen bestanden die Feuerwehren aus kleinen Löschgruppen, die sich zum Zwecke des Selbstschutzes in der Nachbarschaftshilfe zusammengeschlossen hatten.

Der Brandschutz sei zwar auch heute noch eine zentrale Aufgabe der Feuerwehren, die Zahl der Löscheinsätze werde aber seit vilen Jahren und mit steigender Tendenz von den vielfältigen technischen Hilfeleistungen übertroffen, für die die Feuerwehr in Anspruch genommen wird. Hinzu komme, daß auch die Bekämpfung von Bränden heutzutage unvergleichlich höhere Anforderungen an die Feuerwehrleute stelle, als dies noch vor 50 Jahren derFall gewesen sei.

Bürgermeister Büttner ging auf die Aufgabenstellung der Feuerwehr Matzen im ländlichen Bereich näher ein und erinnerte daran, daß sie in der Vergangenheit mehrfach ihre Bewährungsprobe habe bestehen müssen. Büttern: "Der Einsatz und die Leitungen der Freiwilligen Feuerwehren auf den Gebieten des Brand- und Katastrophenschutzes verdienen hohes Lob und Anerkennung." In großem Umfang würden hier öffentliche Aufgaben von hohem Stellenwert freiwillig und ehrenamtlich wahrgenommen.

Büttner ging auf die wichtige Funktion der Feuerwehr Matzen im dörflichen Gemeinschaftsleben ein, dies insbesondere im Hinblick auf den 1924 gegründeten Spielmannszug, der Mitgestalter zahlreicher Feiern und anderer Anlässe war. Ebenso habe die Feuerwehr Matzen bei den Umbauarbeiten am Gemeinschaftshaus tatkräftig mitgewirkt.

Wehrleiter August Raskopp gratulierte namens der Feuerwehr Bitburg zum Stiftungsfest udn befand, daß sich die Feuerwehr Matzen als Löschzug gut in die Bitburger Feuerwehr eingegliedert habe. Er unterstrich die Bedeutung der Löschzüge durch Schnelligkeit und Ortskunde im Ernstfall und sprach sich für noch engere Zusammenarbeit aus.

Im Hinblick auf die Teilnahme des Spielmannszuges am Rheinland-Pfalz-Tag in Kaiserslautern bat er Bürgermeister Büttner, diesen finanziell zu unterstützen, da er einer der wenigen Feuerwehrspielmannszüge des Landes sei. Raskopp überreichte Zugführer Leners ein Präsent.

In der Chronik blätterte Ortsvorsteher Hans Sonnen und wies auf die enge Verbindung von Feuerwehr und Spielmannszug hin. Der Löschzug hat derzeit 19 Aktive, der Spielmannszug 21, 16 Neuanfänger für den Spielmannszug befinden sich in Ausbildung. Mit dem Dank der Matzener Bevölkerung an die Feuerwehr überreichte Sonnen ein persönliches Geschenk.

Mit einem Präsent und einer Laudatio ehrte Zugführer Rudolf Leners die Altersmitglieder Johann Sonnen, Nikolaus Fuchs, Peter Himpler, Bernhard Andreas, Philipp Jegen und Hans Epper; außerdem die Brandmeister a.D. Robert Leners, Hans Lichter, Paul Burbach und Josef Diedrich. Tambourmajor a.D. Werner Kisgen und die stellvertretenden Brandmeister Paul Boor, Rudolf Schäfer und Peter Weimann.  

Folgender Artikel stand am 08. Mai 1969 in der Ausgabe Nr. 106 der Trierischen Landeszeitung :

Eifelzeitung vom 08.05.1969  

 

Feuerwehrtag der Verbandsgemeinde Bitburg-Land

Bitburg. Der Feuerwehrtag für die Feuerwehren ders Verbandsgemeindebezirks Bitburg-Land ist am Samstag, 10., und Sonntag, 11. Mai. Die Freiwillige Feuerwehr Matzen, die in diesem Jahr auf ihr 60-jähriges Bestehen zurückblicken kann, hat die Ausrichtung übernommen.

Über 30 Feuerwehren aus dem Verbandsgemeindebezirk und dem Kreisgebiet sowie die Musikvereine Wißmannsdorf, Rittersdorf und Idesheim haben ihre Teilnahme zugesagt. Das Jubiläum der Feuerwehr Matzenwird am Samstag um 20 Uhr eingeleitet mit einem Festkommers unter Mitwirkung des städtischen Musikvereins Bitburg, der Geschwister Rißling, Bitburg und der Jugendtanzgruppe aus Wißmannsdorf.

Am Sonntag treffen sich die Mitglieder der Feuerwehr mit ihren Angehörigen um 9 Uhr zum Festgottesdienst in der Filialkirche; im Anschluß daran ist die Ehrung der Gefallenen und Verstorbenen am Ehrenmal. Die Tagung der Bürgermeister und Wehrführer ist für 10:30 Uhr im Festzelt vorgesehen.

Nach gemeinsamem Mittagessen im Jugendheim werden die auswärtigen Feuerwehren gegen 13 Uhr am Ortseingang erwartet; anschließend formiert sich der Festzug. In einer großangelegten Alarmübung während des Festzuges wird die Freiwillige Feuerwehr aus Stahl ihre Schlagkraft unter Beweis stellen. Zum Abschluß finden sich die Feuerwehren in gemütlicher Runde bei Musik und Tanz im Festzelt ein.  

Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Matzen - aufgenommen am 08. Mai 1969 vor dem Giebel des Hauses "Neimanns" (jetzt Kimmlingen-Franzen) in der Donatusstraße.
Das Bild zeigt:
vorderen Reihe: links nach rechts:  Peter Sonnen, Matthias Meyer, Bürgermeister Baptist Trierweiler, Johann Kisgen, Alt-Bürgermeister Peter Kalkes, Ehrenoberbrandmeister Nikolaus Sonnen, Nikolaus Jegen, Tambourmajor Johann Hoor, Brandmeister Paul Burbach und Bernhard Andreas.
hintere Reihe: von links nach rechts: Hans Epper, Paul Boor, Ludwig Schmitz, Josef Diedrich, Johann Kockelmann, Matthias Fuchs, Werner Kisgen, Robert Weinand, Klaus Trierweiler, Rudolf Leners, Josef Weber, Peter Weimann, Peter Himpler.