Das Telefon kommt nach Matzen
Freitag, 8. Dezember 2006

Telefonieren - nichts leichter als das - denken heute die meisten jüngeren von uns. 

Aber Telefonieren können war wohl bis in die 1960er Jahre wohl doch nicht so selbstverständlich wie wir uns das heute vorstellen. "Natürlich kann ich telefonieren!" - würde heute die Antwort auf eine entsprechende Frage lauten. 

Aber so natürlich ist das gar nicht ! 

Ich erinnere mich noch sehr genau an das procedere, wie meine Mutter Anfang der sechziger Jahre aus Matzen mit ihren Verwandten in Köln-Bensberg und im Westerwald kommuniziert hat: 

Wir hatten damals noch kein Telefon im Haus. Zum Telefonieren sind wir in den örtlichen Gemischtwarenladen "Tanitas" gegangen. Tanitas hatten, wenn man in das Geschäft hineinkam, links an der nördlichen Außenwand ein schwarzes Telefon mit Wählscheibe hängen. 

Telefonieren ging damals so vonstatten, dass man erst der Geschäftsfrau (damals "Tanitas Rosa") den Zettel mit der Nummer vorwies. Danach wurde von der Rosa die gewünschte Nummer ordnungsmäß über die Wahlscheibe eingegeben und damit das Gespräch aufgebaut. Rosa meldete sich nach dem Kontakt zur Gegenstelle mit der Meldung: " Hallo - hier ist Matzen - Trina möchte mit Euch sprechen - Moment - ich gebe weiter ...". 

Erst nach vollständig aufgebauter Verbindung erhielt meine Mutter den Hörer und konnte sodann mit Ihren Verwandten die Dinge absprechen, die damals vor, während oder nach gegenseitigen Besuchen wichtig waren. 

Nachdem das Gespräch zu Ende war, mußte meine Mutter den Hörer wieder an die Inhaberin übergeben, die dann durch vorsichtiges Auflegen des Hörers mit hörbarem Einrasten auf der Gabel des Wandapparates das Gespräch ordnungsgemäß beendete. 

So wurde halt damals telefoniert .... 

Telefonieren war natürlich auch teuer. Früher galt der Slogan: "Fasse Dich kurz!". Heutzutage werben die Telefongesellschaften mit dem Spruch "Ruf doch mal an"! - Was für eine Widerspruch !
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Aber - wie war das noch früher ? - Wer hatte das erste Telefon in Matzen ?
Wie ich jetzt gehört habe, soll es bei Kockelmanns - jetzt Donatusstraße 16 - und später auch im Haus "Metzen" - jetzt Donatusstraße 13 öffentliche Sprechstellen der Deutschen Post gegeben haben.

Wer dazu näheres weiß, möge sich mit mir in Verbindung setzen. 

Erst viel später kam die gelbe Telefonzelle auf den "Bour", den Dorfplatz, wo man schließlich per Münzeinwurf telefonieren konnte.