2011 - Grüsse aus der Mongolei
Geschrieben von Hermann Josef Fuchs   
Montag, 25. Juli 2011

Gruesse aus SibirienGrüße und einen interessanten Reisebericht  aus der Mongolei nach Matzen sandten uns die beiden (ehemaligen) Studenten, die unser Dorfentwicklungskonzept erstellt haben, an die Matzener. Hier ihre Mail:

Hallo nach Matzen,
wir sind mittlerweile in China angekommen! Unsere Reise durch die Mongolei war sehr spannend, auch wenn wir leider nur eine Woche in diesem tollen Land bleiben konnten. ...

Wir waren genau zum mongolischen Naadam Festival in Ulaan-Baator. Das Fest dauert drei Tage und ist der Hoehepunkt des Jahres fuer die Mongolen. Es handelt sich um einen sportlichen Wettkampf, der aus den drei Disziplinen Ringen, Reiten und Bogenschiessen besteht. Gluecklicherweise konnten wir Karten fuer die grosse Eroeffnungsfeier ergattern. Die Show war echt toll, ein bisschen wie die Eroeffnungszeremonie der Olympischen Spiele, nur kleiner und mongolischer :) 

Anschliessend haben wir uns einige Wettkaempfe im Ringen und im Bogenschiessen angesehen. Letzteres hat eine zweite, inoffizielle Variante, bei der kleine Schafsknoechelchen durch das Schnipsen einer Plastikscheibe abgeschossen werden muessen. Das Ganze wird begleitet von den Anfeuerungsrufen zahlreicher maennlicher mongolischer Zuschauer.

In Ulaan-Baator selbst gibt es nicht sonderlich viel zu sehen, weshalb wir dann schnell raus in das weite Land fahren wollten. Auf einer viertaegigen Tour haben wir einen kleinen Eindruck vom Leben der mongolischen Viehnomaden bekommen. Da das Land zu trocken ist, wird kaum Obst oder Gemuese angebaut, sondern die Menschen Leben hauptsaechlich von Fleisch in allen Variationen. Wir waren uns schnell einig, dass die mongolische Kueche nicht unseren Geschmack trifft, denn das Fleisch ist fast immer fettig, knorpelig und sehnig.

Zu unserem Glueck (und unserem Erstaunen) gibt es im Supermarkt alle moeglichen deutschen Produkte zu kaufen, bis hin zu Haribo, Ja und den "Gut und Guenstig"-Produkten von Lidl! Anscheinend wird so wenig selbst produziert, dass fast alle Lebensmittel aus Europa importiert werden. Die Reise war insgesamt sehr spannend und schoen, wir sind auf Kamelen geritten, haben in Jurten geschlafen, in einer einsamen Berglandschaft gezeltet, wurden von einer mongolischen Familie zu Tee und getrocknetem Joghurt (schmeckt wie sehr saurer Kaese) eingeladen und haben uns die Tempelanlage Erden Zuu in Kharakhorum, der ehemaligen Hauptstadt der Mongolei angeschaut.

Nach einer Woche gings dann fuer uns weiter Richtung China. In Peking angekommen machten wir uns erstmal auf die Suche nach unserem Hostel. Das war aufgrund der chinesischen Schrift garnicht so einfach, denn wir haben nicht daran gedacht das sogar Bushaltestellen, Strassennamen und Karten komplett mit chinesischen Buchstaben beschriftet sind. Letztlich haben wir aber unser Hostel gefunden und dort sehr freundlich aufgenommen.
In den folgenden Tagen haben wir uns zahlreiche Sehnenswuerdigkeiten in Peking angeschaut. Angefangen von der Verbotenen Stadt, dem Himmelstempel, den Einkaufstrassen, etc. bis hin zur Chinesischen Mauer, die etwa eine Stunde auserhalb von Peking zu besichtigen ist. Trotzdem haben wir irgendwie das Gefuehl immer noch nicht alles in Peking gesehen zu haben, denn die Stadt ist riesig und es gibt ueberall was zu entdecken bzw. was zu erleben.

Lustigerweise scheinen wir hier kleine Atraktionen zu sein, staendig wird uns irgendein kleines Kind in die Haende gedrueckt und wir werden zu Fotoobjekten fuers Familienalbum ;) Das chinesische Essen ist im Gegensatz zum mongolischen sehr vielfaeltig und lecker. Fuer umgerechnet ca. 2,50 Euro werden wir zur zweit im Restaurant super satt.

Fuer heute Abend haben wir uns muehsam zwei Tickets nach Xi'an besorgt, wo wir die naechsten zwei Tage bleiben wollen. Danach geht es dann weiter in die Provinz Sichuan.

So, das war es dann erstmal von uns. Bis bald!

Liebe Gruesse an alle Matzener 
Doerte und Marcus