Matzener Sternsinger
Geschrieben von Hermann Josef Fuchs   
Freitag, 5. Januar 2007

Seit den 60er Jahren Jahren hat sich in Matzen der katholische Brauch des "Sternsingen" eingebürgert:

Die Matzener Messdiener verkleiden sich an Dreikönigstag (6. Januar) bzw. in der Woche vorher als Heilige Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar. Melchior ist dabei der Farbige, dessen Gesicht und Hals geschwärzt wird. In früheren Zeiten wurde dies mit schwarzer Schuhcreme oder mit Ruß gemacht.

Zusätzlich gehört zur Sternsingergruppe noch ein Sternenträger, der einen goldenen Stern an einem Stab trägt. Die Messdiener ziehen in Matzen von Haus zu Haus und tragen jedem, der die Türe öffnet, auf der Schwelle den Sternsingerspruch vor:

Caspar

Wir kommen daher aus dem Morgenland.
Wir kommen geführt von Gottes Hand.
Wir wünschen Euch ein fröhliches Jahr!
Caspar, Melchior und Balthasar.

Melchior:

Wir bitten Dich: Segne nun dieses Haus
und alle, die gehen da ein und aus.
Verleihe ihnen zu dieser Zeit:
Frohsinn, Frieden und Einigkeit.

Balthasar:

Wir tun nun die geweihte Kreide herfür.
Nun lasset uns schreiben an Eure Tür.
So wünschen wir euch ein gesegnetes Jahr.
Caspar, Melchior und Balthasar.

Alle: Er segne dieses Haus, er möge es führen.
Das schreiben wir heut´ auf die Schwelle der Türen.

Dann schreibt einer der Sternsinger an die Haustüre bzw. den Türrahmen mit geweihter Kreide die traditionelle Segensbitte C+M+B umrahmt von der jeweiligen Jahreszahl und vier Kreuzen. Im Jahre 2007 schreiben die Sternsinger also:

20 + C + M + B + 07

Je nach der örtlichen Gegebenheit wird der Segenspruch horizontal oder vertikal angebracht. Dieser Segensspruch sollte möglichst bis zum nächsten Jahr erhalten und nicht beim Putzen abgewischt werden, damit der Segen auch das ganze Jahr über wirkt.

Die Buchstaben C, M und B stehen dabei für die lateinischen Worte „Christus mansionem benedicat“ (=„Christus segne dieses Haus“). Diese Segensformel soll das Haus und seine Bewohner vor Unglück schützen und den Segen Gottes auf sie herabrufen.

Das der lateinischen Sprache unkundige Volk deutete diese abgekürzte Formel als Anfangsbuchstaben der Namen der drei Weisen aus dem Morgenland, die vermutlich daher ihre traditionellen Namen erhielten: Caspar, Melchior und Balthasar.

Nach dem Anbringen der Segensformel bitten die Sternsinger um eine Spende für das Kinderhilfswerk. Die gesammelten Spenden aller Sternsinger werden beim Bistum zusammengeführt und kommen so einem caritativen Zweck zu Gute. Im Jahr 2007 kamen dabei allein im Bistum Trier 2,24 Mio. € zusammen. So helfen Matzener Kinder anderen Kindern in aller Welt.

Den Dienst als Sternsinger versehen die Matzener Kinder dabei natürlich ehrenamtlich. Das heisst aber nicht, dass sie einem kleinen "Obendrein", ein paar Süssigkeiten als Entlohnung für ihr Engagement, abgeneigt wären.

Das sollten alle Matzener wissen, meinen die Sternsinger....