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Höttenbrennen (1996) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Hermann Josef Fuchs   
Montag, 11. Dezember 2006
Alljährlich, in der Woche nach Fastnacht, holen die Matzener Junggesellen eine große Fichte aus dem Matzener Wald. Der Baum wird zum Höttenplatz, oberhalb des Dorfes gebracht.

Höttenjunge kann man in Matzen werden, wenn man "aus der Schule" aber noch nicht verheiratet ist. Mithin ist das die Gruppe der "Junggesellen".

Am Sonntag nach Fastnacht, dem sogenannten "Schääf-Sunndisch" werden dann per Traktor und Anhänger im Dorf Strohballen und Reisig eingesammelt, die ebenfalls zum Höttenplatz gebracht werden. Manchmal, wie die Bilder zeigen, ist auch noch anderes schweres Gerät im Einsatz.


Der Baum wird mit Stroh umwickelt, das mit Draht fixiert wird. Im oberen Drittel wird am Baum eine kleine Fichte quer befestigt, so dass ein großes Kreuz entsteht. Dieses Kreuz wird oben auf dem Höttenplatz aufgerichtet. Das restliche Stroh und der Reisig wird um das Kreuz herum angehäuft.



Während dieser Arbeiten kommen viele Matzener -und insbesondere auch Matzener Mädchen- zum Höttenplatz und bringen den fleissigen Junggesellen Speisen und Getränke.

Mit Einbruch der Dämmerung, kurz nach dem Läuten der Glocken, wird die "Hött" angezündet und brennt weithin sichtbar ab. Besonders interessant ist es, wenn das Feuer vom Boden bis hinauf ins Kreuz klettert und das gesamte Kreuz in Flammen steht.

Dann gehen die Jugendlichen von Haus zu Haus und sammeln Eier, Speck und auch Geld ein. Dasjenige Paar aus dem Ort, das zuletzt geheiratet hat, hat die Pflicht, die Eier zu backen und leckere Rührei-Portionen zuzubereiten. Während dieses Festessen früher im Haus des jungen Paares gefeiert wurde, hat man es in den letzten Jahren in die Gasthäuser verlegt. Zunächst wurden die Eier im Gasthaus Urmes gebacken. Nach  dem dieses Gasthaus geschlossen wurde, gehen die Höttenjungen seit einigen Jahren auf den Sonnenhof, wo anläßlich des Höttenbrennens kräftig gefeiert wird. Bei dieser Feier sind dann natürlich auch die Mädchen, die sich am Nachmittag um die Verpflegung gekümmert haben, eingeladen.

Viele Matzener lassen es sich nicht nehmen, dieses Schauspiel unmittelbar am Höttenplatz zu verfolgen.

Durch das Höttenbrennen soll der Überlieferung nach der Winter symbolisch verbrannt werden. Früher lag der Höttenplatz ein wenig tiefer, oberhalb der Kirche und zwar in der Verlängerung des Weges, der am Parkplatz bei der Kirche den "Hoofberg" hinaufführt. Im Rahmen der Flurbereinigung in den 1980er Jahren wurde eine eigene Stelle für das Höttenbrennen ausgewiesen und eine Betoneinfassung gegossen, in die der Höttenbaum sicher eingestellt und verkeilt werden kann.



 
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