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1748 - Bitburg kontra Matzen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Hermann Josef Fuchs   
Mittwoch, 1. August 2012

Aus dem Stadtarchiv hat der Bitburger Stadtarchivar Dr. Peter Neu jüngst eine schöne Anekdote der Beziehungen der Matzener zu den Bitburgern aus dem Jahre 1748 "ausgegraben" und im Bitburger Stadt- und Landboten veröffentlicht. Hier der Text mit freundlicher Genehmigung der Stadtverwaltung:

1748: Bitburg contra Matzen

Heute gehören Bitburg und Matzen zusammen. Von Streit und Boshaftigkeit spricht niemand mehr. In früheren Jahrhunderten aber war das manchmal anders. Vor allem dann, wenn der Vieh- oder Schweinehirt mit seiner Herde aus Versehen oder aber aus Absicht plötzlich auf „fremdem Territorium“ aufkreuzte und Futter für die hungrigen Tiere suchte.

Das jedenfalls geschah 1748. Als die Matzener den „Eindringling“ bemerkten, handelten sie schnell. Sie trieben die Tiere der Bitburger zusammen und führten sie in ihr Dorf; der Bitburger Hirt musste ohne Tiere in die Stadt zurückkehren. Was ihn dort erwartete, kann man sich vorstellen.

Zwar behauptete der Hirt, dessen Name wir nicht kennen, dass er den Bitburger Bann nicht verlassen habe, aber die Tiere waren zunächst „gepfändet“. Deshalb rief Stadtrichter Anton Schweisthal  die „gemeinheitliche Bürgerschaft“ ins Rathaus, wo die 14 „Ältesten hiesiger Stadt“ Rat hielten und zu dem Entschluss kamen, dass den Bitburger Hirten keine Schuld treffe, dass einzig die Matzener für den Vorfall verantwortlich seien.

Notar Schausten aus Bitburg wurde hinzugezogen. Er setzte ein Schriftstück auf, das als Grundlage für eine Klage gegen Matzen diente.

Die Klage wurde vor dem Rat in Luxemburg verhandelt. Wie der Streit endete, geht aus den erhaltenen Akten nicht hervor. Man kann aber annehmen, dass zwischen den Nachbarn doch bald wieder Friede und Eintracht einkehrten.


(Autor. Dr. Peter Neu, Stadtarchivar,
Quelle: Bitburger Stadt- und Landbote Nr. 30/2012 vom 28.07.2012)

 
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