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Die Ansiedlung auf Pützhöhe PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Donnerstag, 7. Dezember 2006

Die Ansiedlung "Pützhöhe" nordwestlich von Matzen

Die Pützhöhe liegt mit einer Höhe von 410 ü. NN ca. 80 Meter höher als der in ca. einem Kilometer südöstlich gelegene Kern des Stadtteiles Matzen. Die Pützhöhe ist damit die höchste Erhebung im gesamten Bitburger Land.

Dort befinden sich aus diesem Grund unter anderem auch die Sende- und Relaisstationen für den Polizei- und Feuerwehrfunk.

1860 errichtete die Familie Hüweler an der Stelle, an der die alte Straße Bitburg-Köln einen Höhenzug überquert, ein Bauerngehöft. Das Wohnhaus und die Wirtschaftsgebäude des Gründungshauses westlich der Straße wurden im Krieg stark beschädigt. Gut erhalten hat sich die mit dem Giebel zur Straße stehende Brennerei, die den wesentlichen Teil de Ansiedlung südlich abschließt. Sie ist auf dem Keilstein ihres hofseitigen Kellerhalses 1899 datiert. In dem mit aufwendigen Fenstergewänden gezierten Gebäude, zu dem Richard Luhn, Haspe i. W., den Gebrüdern Hüweler den Plan lieferte, haben sich noch Einrichtungsgegenstände , die an die ursprünglich hier aufgestellt Dampfmaschine erinnern, wie Teile der Transmission, erhalten. Der an der Rückseite freistehende Schlot brauchte nach den Kriegsschäden nur im oberen Drittel erneuert zu werden. 

Schon 1893 war auf der gegenüberliegenden Straßenseite zur Erinnerung an den in diesem Jahr verstorbenen Bruder Johann Baptist Hüweler die Kappel zur Hl. Familie errichtet worden. In dem Giebel des aus Sandsteinquadern in Farbwechsel rot und grau aufgeführten Baus wurde ein älteres Wegekreuz, das ehemals zum Dank für die Erbauung des Hofs aufgestellt worden war, eingelassen.

Der kleine, tonnengewölbte Raum, der über dem Rundbogenportal und auf beiden Längsseiten von je einem Vierpaß belichtet ist, endet in einer eingezogenen fensterlosen Apsis. Auf dem Altar, der mit den Initialen des Stifters der Kapelle JBH bezeichnet ist, steht eine qualitätvolle Sandsteingruppe der hl. Familie.

Das neue Wohnhaus nördlich der Kapelle entstand 1913 als Villa auf der anderen Straßenseite nach Plänen von Anton Köster. Es verbindet Elemente der Reformarchitektur mit zurückhaltendem Neubarock. Dem kubischen Kernbau sind an der Südseite der Eingangsbereich und das daraus emporwachsende Treppenhaus als selbstständige Bauglieder vorgesetzt.

1924 entstanden die zugehörigen Garage und die neue Scheune nordöstlich des Wohnhauses.

Der als Denkmalzone ausgewiesene Bereich von Gehöft, Brennerei, Villa und Kapelle ist ein in dieser Zusammensetzung ungewöhnliches Zeugnis der Wirtschafts- und Sozialgeschichte Bitburg sowie der Stilgeschichte der Zeit um die Jahrhundertwende.

Während des zweiten Weltkrieges soll es auf Pützhöhe einen Start- und Landeplatz für Flugzeuge gegeben haben. Auch in den 70er Jahren starteten und landeten dort Sportflugzeuge bei größeren Veranstaltungen wie dem Bitburger Grenzlandtreffen.

Von dort aus wurden bei diesen Anlässen Rundflüge angeboten.

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Quelle: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland
Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz
Kreis Bitburg-Prüm   9.2
Stadt Bitburg, Verbandsgemeinden Bitburg-Land und Irrel
Von Bernd Altmann und Hans Caspary
Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz 1997
ISBN 3-88462-132-7, Seite 100 ff.

Mit freundlicher Genehmigung der Denkmalschutzbehörde

 

 

 
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