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Das Glockenwunder von Matzen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Hermann Josef Fuchs   
Samstag, 17. November 2007

glockenstuhl.jpgDie nachfolgende Geschichte hat sich in Matzen zu Beginn des Advents Anfang der 1960er Jahre zugetragen:

Heute läutet die Glocke auf der Matzener Kirche täglich um 12:00 Uhr, gesteuert von einem Automaten. Früher wurde die Donatusglocke noch täglich von Hand geläutet.

Morgens, mittags und abends war es Aufgabe der Küsterin, die Glocken zu läuten. Dies geschah ziemlich pünktlich jeden Morgen und jeden Abend zur "Betglocke" und um 12:00 Uhr zu Mittag. Es wurde recht genau genommen und pflichtbewußt getan - es hörten ja alle Matzener zu.

Und für diejenigen, die sich auf dem Felde befanden, war das Glockengeläut eine wichtige Zeitinformation, denn längst nicht jeder trug eine Uhr - und schon gar nicht auf dem Feld ...

Es muss wohl Anfang Dezember gewesen sein, als zwei Junge Matzener Burschen den Auftrag erhalten hatten, auf das Gewölbe der Kirche zu klettern und den Adventskranz aufzuhängen. Dieser wurde mit einem langes Seil durch ein Loch im Deckengewölbe unten im Kirchenraum aufgehangen. Die Burschen waren dazu gegen Mittag von der Nordseite her durch das Einstiegsloch auf den Dachboden der Kirche geklettert und wollten gerade mit Ihrer Arbeit anfangen, da sahen Sie durch die Schlitze des Glockenturms die alte Küsterin, die sich der Kirche näherte um die Mittagsglocke zu läuten.

Die Kirchentüre öffnete sich knarrend unter den Burschen, die oben im Glockenstuhl saßen und die Küsterin trat ein.

Sie nahm wie immer das Glockenseil, das an einem Haken an der Wand befestigt war und versuchte, "Mittag" zu läuten. Aber das gelang ihr nicht! - Was war das: Die Küsterin zog und zog - aber das Seil bewegte sich keinen Zentimeter und von der Glocke war kein Ton zu hören. Nach mehreren kraftvollen Versuchen verließ die Küsterin unverrichteter Dinge die Kirche wieder. Es ist sogar überliefert, dass sie wohl noch einige Bemerkungen vor sich hin gegrummelt habe, die wir hier besser nicht wiedergeben ....

Die Glocke aber hatte sich nicht bewegen lassen.

Kaum war die Küsterin die Kirchentreppe hinabgestiegen und Richtung "Kuartengasse" gegangen, läutete die Mittagsglocke wie wild. Die Küsterin erschrak und ahnte Schlimmes: Da sie hinter sich die Kirchentüre abgesperrt hatte, konnte es nur der Teufel sein, der dort die Glocken läutete... ! Erschrocken lief sie schnell nach Hause.

Aber es war nicht der Teufel - es waren die beiden Matzener Burschen, die der Küsterin einen Streich gespielt hatten:

Sie hatten oben im Glockenstuhl der Kirche gesessen und das Glockenseil festgehalten, als die alte Frau mit all ihrer Kraft zu läuten versuchte. Durch ein kleines Loch in der Kirchendecke konnten Sie die Küsterin unten beobachten. Und als die Küsterin auf dem Nachhauseweg war, läuteten die beiden Burschen die Matzener Glocke wie wild.

Natürlich machten sie sich anschließend "stickum" aus dem Staub und erzählten niemandem von ihrem Streich. Die Küsterin jedoch glaubte bis an ihr Lebenseinde an ein Wunder, das seinerzeit mit den Matzener Glocken geschehen war.

 
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