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E. Im Weltenbrand PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Hermann Josef Fuchs   
Sonntag, 11. Februar 2007

E.     Im Weltenbrand  

Ereignisse von der Größe und Furchtbarkeit wie der gegenwärtige Krieg werfen ihre Schatten schon voraus und gehen auch an dem kleinsten Dorfe nicht spurlos vorüber. 1937 hielten die Trierer Regimenter ihre Herbstmanöver im Bitburger Raum ab.

Die 13. Kompanie Infanterieregiment 105 mit ihren neuen Infanteriegeschützen lagen in Matzen. Alle Leute nahmen freudig ihre Soldaten ins Quartier und erfreuten sich an der tadellosen Ausstattung der Truppe und ihrem strammen Dienst.

Das ganze Dorf zog hinaus, um Augenzeuge der Erstürmung von Pützhöhe zu sein. Fachmännisch wurde die „Kriegslage“ beurteilt. Noch dachten nur wenige, dass die Zeit kommen werde, wo die Platzpatrone durch scharfe Munition ersetzt werden musste.

1938. Die Lösung der tschechischen Frage drohte schon den Krieg auszulösen. Es sah schon wesentlich ernster aus, als eine Division aus Schlesien hier in der Gegend Quartier bezog und den Grenzschutz übernahm. In Matzen lag eine Batterie Artillerie, die ihre Übungen bis in den halbfertigen Westwall ausdehnte. Alles atmete auf, als die Gefahr gebannt war, und die Truppen wieder abziehen konnten.

Der Westwall, 1937 begonnen, wurde nun mit größter Intensität weitergeführt; denn die ganze Weltlage zeigte klar, dass der Krieg nur aufgeschoben war. Arbeiter aus allen Gauen des Reiches wurden herangeführt und in den Orten oder großen Lagern untergebracht. In Matzen waren jeweils 50 Mann einquartiert. Zunächst waren es Arbeiter aus dem Rheinland, ihnen folgten Hamburger, dann Ostpreußen und zuletzt Sachsen. Mit großen Omnibussen wurden sie täglich zu den Arbeitsstätten bei Irrel, Wallendorf oder Bauler gebracht.

Das waren bewegte Tage in dem sonst so stillen Ort. Die Arbeiter zeigten bei ihrem guten Verdienst durchweg wenig Sparsinn, sondern setzten meistens ihren Lohn nach Abzug des Quartiergeldes in Alkohol um. Eine rühmliche Ausnahme machten die Sachsen.

Im Sommer 1939 waren die Arbeiten zu einem gewissen Abschluß gekommen, wenn auch zur größeren Sicherheit der Wall noch immer weiter ausgebaut und vertieft wurde. Unser Grenzvolk hatte das Gefühl der Sicherheit und trug gern die Unannehmlichkeiten, die durch die Vervielfachung der Menschenzahl und des Verkehrs unvermeidlich waren.

Am 26. August machte der Führer dem polnischen Terror gegen die Deutschen in Polen ein Ende, indem der den Befehl zum Einmarsch in Polen und Danzig befahl.

Am 1. September folgten dann die Kriegserklärungen der beiden großen Westmächte. Der Zweite Weltkrieg, oder vielmehr die Fortsetzung des ersten, hatte begonnen.

Nun zog die wehrfähige Jugend wieder aus, einige, die schon im Weltkrieg mit waren. Alle im Bewusstsein, es geht jetzt wirklich um unseres Volkes Bestand und Freiheit, um den Lebensraum für 100 Millionen Deutsche in dem weder die jüdisch-plutokratischen Machthaber des Westens, noch der Bolschewismus des Ostens Platz haben dürfen.

Es fehlte meist die überschwängliche Begeisterung von 1914, aber alle waren erfüllt von der Notwendigkeit des Kampfes. So stehen sie heute nach fast vier Jahren auf den weiten Schlachtfeldern oder auf Wacht an Europas Grenzen.

Mehr als 70 Mann standen bei der Fahne. Einige haben das höchste geopfert, ihr Leben; andere waren schwer verwundet, 3 gerieten in Afrika in englische Gefangenschaft, zwei Brüder fochten den Titanenkampf in Stalingrad mit, und wir hoffen, dass das Kriegsglück ihnen günstig war, und sie nach Kriegsende wieder heimkehren können.

Erst nach Kriegsschluss kann dieses Kapitel seinen Abschluss erhalten.

Anmerkung: An dieser Stelle des Manuskripts, auf Seite 115 des Originals, ließ der Autor 10 Seiten frei und schrieb erst auf Seite 125 weiter. Vermutlich wollte er dieses Kapitel nach Kriegsende ergänzen und abschließen. Dazu ist er jedoch nicht mehr gekommen …
 
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